Zusammen!
Wie Deutschland neues Wohnen ausprobiert – von Lennart Herberhold
Die Kinder sind aus dem Haus, die Wohnung viel zu groß für mich allein. Ich überlege, wie ich in Zukunft leben möchte. Allein, mit Freunden oder in einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt?
Lennart Herberholds Buch kam mit seinen zwei Leitfragen „Wie kann ich im Alter leben, ohne zu vereinsamen? Und wie kann ich eine bezahlbare Wohnung finden?“ deshalb genau zum richtigen Zeitpunkt. Der Autor besucht Menschen, die das Wohnen neu erfinden, und zeigt, wie unterschiedlich Gemeinschaft aussehen kann. Das hat mir unglaublich gut gefallen: Er stellt nicht nur utopische Ökodörfer vor, sondern auch pragmatische Modelle für Best Ager. Besonders zum Nachdenken angeregt hat mich die Frage, was ich wirklich für mich allein brauche – und was sich teilen ließe: Gästezimmer, Garten, Werkstatt oder Auto?
Zugleich macht das Buch deutlich, dass gemeinsames Wohnen nicht automatisch harmonisch ist. Herberhold beschreibt, wie zermürbend endlose Debatten über Geld, Regeln und Nähe sein können, und wie stark solche Projekte von einzelnen ausdauernden Menschen abhängen. Diese Ehrlichkeit hat mir geholfen, meine eigene Sehnsucht nach Gemeinschaft realistischer einzuschätzen.
Etwas zu kurz kommen für mich praktische Fragen: Wie findet man ein passendes Projekt? Welche Kosten entstehen, und welche rechtlichen Hürden gibt es? Eine fertige Antwort liefert das Buch nicht, aber viele Denkanstöße für die eigene Wohn-Zukunft.